Die Ergebnisse auf einen Blick

Wie fair & nachhaltig ist die GLS Bank?

Selbstverpflichtung

Die GLS Bank war weltweit die erste Universalbank mit sozial-ökologischer Ausrichtung. Laut ihrem Grundsatz "Geld ist für die Menschen da" beansprucht sie „soziale, ökologische und ökonomische Kriterien im Bankgeschäft“ zu integrieren und die Einlagen der Mitglieder und Kunden dazu zu verwenden, „Unternehmen und Vorhaben zu finanzieren, die unter ökologischen, sozialen und kulturellen Gesichtspunkten Besonderes leisten“.

Dieses Selbstverständnis spiegelt sich auch in der dritten Bewertung der GLS Bank durch den Fair Finance Guide Deutschland deutlich wieder, in der sie sich leicht auf 95% steigern konnte. Damit erfüllt sie, neben der EthikBank und der Triodos Bank, mit Abstand die meisten Bewertungskriterien des Fair Finance Guide. Auch wenn sich die GLS Bank neben den UN Prinzipien für Verantwortungsvolles Investieren (UN PRI) keinem internationalen Standard verschrieben hat, wird dies durch die detailliert ausgearbeiteten Anlage- und Finanzierungsgrundsätze mehr als ausreichend kompensiert. Für wichtige Themenfelder wie Klimawandel, Menschenrechte, Arbeitsrechte, Naturschutz und Wirtschaftspraktiken werden durch die Anlage- und Finanzierungsgrundsätze der Bank Ausschlusskriterien formuliert und beschreiben besonders positive Geschäftsfelder und -praktiken. Die Anwendung dieser Prinzipien erfolgt bei allen Aktivitäten der Bank in Bezug auf Unternehmens- und Projektfinanzierung sowie auf Eigenanlagen und Vermögensverwaltung.

Praxis

Die von Facing Finance durchgeführte Studie „Die Waffen meiner Bank“ (April 2016) konnte keine Rüstungskonzerne in de durch die GLS Bank aufgelegten Fonds nachweisen. Ebenso konnten die stichprobenartige Untersuchung "Alternativ- und Kirchenbanken in Dirty Profits 4 Unternehmen" (November 2016) sowie der Dirty Profits 5 (Februar 2017) keine Finanzbeziehungen der GLS Bank zu den als kontrovers bekannten Unternehmen aus den Dirty Profits Berichten nachweisen.

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Wie fair & nachhaltig ist die EthikBank?

Selbstverpflichtung

Die EthikBank ist eine ethisch-ökologische Direktbank und sieht sich als “frei von ideologischen, politischen, religiösen oder spirituellen Einflüssen”. Mit ihrer Anlagepolitik, dem Ethik-Kompass und dem Prinzip der “Gläsernen Bank” will sie sich von konventionellen Banken unterscheiden.

Dieses Selbstverständnis spiegelt sich auch in der ersten Bewertung der EthikBank durch den Fair Finance Guide Deutschland wieder, bei der sie 94% der Bewertungskriterien erfüllen konnte. Damit erfüllt sie, neben der GLS Bank und der Triodos Bank, mit Abstand die meisten Bewertungskriterien des Fair Finance Guide. Die EthikBank verfügt über detailliert ausgearbeitete soziale und ökologische Kriterien, welche sowohl ihre Finanzierungen, als auch ihre Anlagen regulieren. Insbesondere im Bereich der Transparenz ist die Bank vorbildlich, indem sie beispielsweise Negativlisten mit Unternehmen veröffentlicht, die aufgrund ihrer strengen Kriterien nicht für die Eigenanlage der Bank in Frage kommen.

Praxis

Bislang waren die tatsächlichen Finanzierungs- und Investitionsaktivitäten der EthikBank nicht Gegenstand einer Untersuchung durch den Fair Finance Guide Deutschland. Die Bank wird jedoch - wie auch alle anderen Banken des Fair Finance Guide - zukünftig Gegenstand von Fallstudien sein um nachzuprüfen, inwiefern die Selbstverpflichtungen der Bank auch tatsächlich in die Praxis umgesetzt werden. (Siehe auch unsere "Hinweise" weiter unten auf der Seite)

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Wie fair & nachhaltig ist die Triodos Bank?

Selbstverpflichtung

Die niederländische Triodos Bank ist nach eigenen Angaben Europas führende sozial-ökologisch orientierte Bank, die seit 2009 auch in Deutschland aktiv ist. Hier verpflichtet sich die Bank dazu, nachhaltige Entwicklung zu fördern, Menschenrechte zu achten und Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen.

Dass dieses Selbstverständnis Wirkung zeigt, macht auch die Bewertung der Triodos Bank durch den EerlijkeBankwijzer, dem niederländischen Pendant des Fair Finance Guide Deutschland, deutlich. Insgesamt erreicht sie derzeit 90 von 100% und erfüllt damit den Großteil der Bewertungskriterien des Fair Finance Guide. Neben den UN Prinzipien für Verantwortungsvolles Investieren (UN PRI) hat sich die Triodos Bank auch den Äquatorprinzipien, den OECD Leitlinien für multinationale Unternehmen und dem UN Global Compact verschrieben. Die Bank hat weitreichende Richtlinien und Ausschlusskriterien für wichtige Themen wie Klima- und Umweltschutz, Menschen- und Arbeitsrechte sowie verantwortungsvolle Unternehmensführung formuliert. Die Anwendung dieser Prinzipien erfolgt in der Regel bei allen Aktivitäten der Bank, also bei der Unternehmens- und Projektfinanzierung sowie bei den Eigenanlagen und der Vermögensverwaltung.

Praxis  

Die von Facing Finance durchgeführte Studie „Die Waffen meiner Bank“ (April 2016) konnte keine Rüstungskonzerne in den aktiv beworbenen Fonds der Triodos Bank nachweisen. Ebenso konnte der Dirty Profits 5 (Februar 2017) keine Finanzbeziehungen zu kontroversen Unternehmen nachweisen. Allerdings hat die stichprobenartige Untersuchung "Alternativ- und Kirchenbanken in Dirty Profits 4 Unternehmen" (November 2016) gezeigt, dass Triodos-Fonds sowohl in den Textilkonzern Inditex als auch in den Telekommunikationskonzern Verizon investiert sind. Diese wurden im Bericht Dirty Profits 4 für schlechte Arbeitsbedingungen und die Verletzung von Menschenrechten kritisiert. Mehr Informationen zu Inditex und Verizon Communications finden Sie im Dirty Profits 4 (Januar 2016).

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Wie fair & nachhaltig ist die KD-Bank?

Selbstverpflichtung

Die KD-Bank - Bank für Kirche und Diakonie – ist eine genossenschaftlich organisierte, evangelische Universalbank mit christlichen Werten und Wurzeln. Sie zählt zu den größten Kirchenbanken Deutschlands und gibt an eine Bank zu sein, die soziale Verantwortung übernimmt und die Anlage von Kunden- und bankeigenen Geldern unter nachhaltigen Kriterien vorzunehmen.

Die Bewertung der KD-Bank im Fair Finance Guide Deutschland spiegelt ihr Verständnis von sozialer Verantwortung und nachhaltigen Investitionen im Wesentlich wider. Insgesamt erreicht sie inzwischen 79 von 100% und erfüllt damit den Großteil der Bewertungskriterien des Fair Finance Guide. Soziale und ökologische Kriterien werden demnach nicht nur an die Unternehmen des Anlageuniversums angelegt, sondern gelten grundlegend auch für die Finanzierungen der Bank. Wesentliche Neuerungen seit der letzten Bewertung sind die gesteigerte Transparenz der Bank durch die Veröffentlichung eines Engagementberichtes, sowie die gesunkenen Umsatzschwellen für Ausschlüsse im Bereich der fossilen Brennstoffe. Damit ist die Bank ihrem selbstgesetzten Ziel näher, aus Kohle bis 2018 auszusteigen, und aus Öl und Gas bis 2030.

Praxis

Die von Facing Finance durchgeführte Studie „Die Waffen meiner Bank“ (April 2016) konnte keine Rüstungskonzerne in den aktiv beworbenen Fonds der KD-Bank nachweisen. Ebenso konnte die stichprobenartige Untersuchung "Alternativ- und Kirchenbanken in Dirty Profits 4 Unternehmen" (November 2016) sowie der Dirty Profits 5 (Februar 2017) keine Finanzbeziehungen der KD-Bank zu den als kontrovers bekannten Unternehmen aus den Dirty Profits Berichten nachweisen.

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Wie fair & nachhaltig ist die Pax-Bank?

Selbstverpflichtung

Die Pax-Bank ist eine genossenschaftlich organisierte, katholische Universalbank und bezeichnet sich als „Bank für Kirche und Caritas“. Ihr Anspruch ist die Orientierung an Werten der christlichen Ethik im Umgang mit Mitgliedern, Kunden, Mitarbeitern und Geschäftspartnern.

Die Bewertung der Pax-Bank im Fair Finance Guide Deutschland spiegelt ihr Verständnis von Ethik und Nachhaltigkeit im Vergleich zur erstmaligen Bewertung wesentlich besser wider. Insgesamt erreicht sie 66% und hat sich damit auch im zweiten Update deutlich steigern können.  Die Bewertung hat sich insbesondere durch weitere Erläuterungen zur Anwendung von sozialen und ökologischen Kriterien auf die Finanzierungen der Bank verbessert, welche sich satzungsgemäß auf kirchlich-caritative Einrichtungen beschränken.

Praxis  

Die stichprobenartige Untersuchung "Alternativ- und Kirchenbanken in Dirty Profits 4 Unternehmen" (November 2016) hat ergeben, dass 6 von 7 von der Bank aufgelegte bzw. angebotene Investmentfonds an Unternehmen beteiligt sind, die laut dem Bericht Dirty Profits 4 im Konflikt mit Umwelt- und Menschenrechtsstandard stehen. Ebenso hat die Studie „Die Waffen meiner Bank“ die Investition von durch die Pax-Bank aufgelegten Fonds in den Rüstungsmischkonzern Daimler nachgewiesen. Der Dirty Profits 5 (Februar 2017) konnte dagegen keine Finanzbeziehungen der Pax-Bank zu kontroversen Unternehmen nachweisen.

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Wie fair & nachhaltig ist die Commerzbank?

Selbstverpflichtung

“Unternehmerische Verantwortung ist ein Leitgedanke der Commerzbank: Ökologische, soziale und ethische Kriterien spielen hinsichtlich unserer Unternehmensführung eine zentrale Rolle.” Diese Grundhaltung soll in der Commerzbank unter anderem durch konzernweit geltende Positionen und Richtlinien sowie die Verpflichtung zu internationalen Standards wie den OECD Leitlinien für multinationale Unternehmen sowie dem UN Global Compact umgesetzt werden.

Das Selbstverständnis der Commerzbank kann durch die Bewertung des Fair Finance Guide Deutschland allerdings nur teilweise bestätigt werden. Die Bank erreicht nach wie vor 39% und ist damit unter den konventionellen Banken Vorreiter, allerdings gab es wenig Bewegung gegenüber der letzten Bewertung. Positiv zu benennen sind der inzwischen erfolgte Ausschluss für Projektfinanzierungen im Bereich “Extreme Fossils”, darunter Fracking, Arctic Drilling sowie die Ausbeutung von ölhaltigen Teersanden. Ebenso hat die Bank inzwischen ein umfassendes “Rahmenwerk für den Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken im Kerngeschäft” erlassen. Darin fehlen jedoch einige zuvor benannte branchenspezifische Anforderungen an Transaktion im Zusammenhang mit der Landwirtschaft. Ebenso fehlen nach wie vor klar kommunizierte (Ausschluss-)Kriterien bei Anlage- und Finanzierungsentscheidungen zu Themen wie Naturschutz und den Rechten traditioneller Landnutzer.

Praxis  

Die Berichte Dirty Profits 3Dirty Profits 4Dirty Profits 5 sowie die Studien „Die Waffen meiner Bank“ und "Alles im grünen Bereich?" haben die Finanzierungs- und Anlageaktivitäten der Commerzbank überprüft und zeigen, dass es noch deutlichen Spielraum zur Verbesserung gibt - sowohl bei ihren Selbstverpflichtungen als auch bei deren tatsächlicher Umsetzung. „Die Waffen meiner Bank“ (April 2016) hat die finanzielle Verflechtung der Commerzbank mit 8 Rüstungsunternehmen nachgewiesen, für die die Commerzbank in einem Volumen von 1,3 Milliarden € Kredite sowie Aktien oder Anleihen ausgegeben hat. "Alles im grünen Bereich?" (Mai 2017) zeigt, dass die Commerzbank bislang nicht genug unternimmt, um Beziehungen zu umwelt- und klimaschädigenden Unternehmen einzuschränken bzw. unter Minimalstandards zu stellen. Der Dirty Profits 5 (Februar 2017) hat die finanzielle Verflechtung der Commerzbank mit 11 von 14 Unternehmen nachgewiesen, die gegen Umwelt- und Menschenrechtsstandards verstoßen. Dabei hat die Commerzbank 5,8 Mrd. € an Kapital bereitgestellt und 388 Mio. € in diese Unternehmen investiert. Hier finden Sie das Statement der Commerzbank zum Dirty Profits 5. Auch in den vorangegangenen Berichten Dirty Profits 3 (Dezember 2014) und Dirty Profits 4 (Februar 2016) wurden der Commerzbank signifikante Finanzbeziehungen zu den untersuchten kontroversen Unternehmen nachgewiesen. 

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Wie fair & nachhaltig ist die Deutsche Bank?

Selbstverpflichtung

Nach Aussage der Deutschen Bank stellt ein konzernübergreifendes Regelwerk der Deutschen Bank sicher, „dass Geschäftsinitiativen mit potenziellen negativen Auswirkungen auf Umwelt oder Gesellschaft besonders sorgfältiger Prüfung unterzogen werden“. Außerdem sollen interne Standards gewährleisten, „dass bestimmte Transaktionen in sensiblen Sektoren ausgeschlossen werden können“.

Diese Aussagen konnten durch die Bewertung des Fair Finance Guide Deutschland jedoch nicht in diesem Maße bestätigt werden. Obwohl das “Rahmenwerkes für den Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken” transparenter macht, wie die Deutsche Bank mit Finanzierungsanfragen aus sensiblen Branchen umgeht, und inzwischen zumindest ein teilweiser Kohleausschluss besteht, erfüllt die Bank nur 33% der Bewertungskriterien. Wichtige Themen wie Steuervermeidung, der Ausschluss von weiteren fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas oder auch eine Beschränkung der Geschäfte mit Rüstungsunternehmen werden nach wie vor nicht behandelt. Dies ist hauptsächlich darin begründet, dass weiterhin nicht alle internen Prüfkriterien auch öffentlich durch die Bank kommuniziert werden.

Praxis  

Die Überprüfung der Finanzierungs- und Anlageaktivitäten der Deutschen Bank in den Berichten Dirty Profits 3Dirty Profits 4 und Dirty Profits 5 sowie der Studien „Die Waffen meiner Bank“ und "Alles im grünen Bereich?" zeigen, dass das schlechte Abschneiden der Deutschen Bank nicht allein auf mangelnde Transparenz der Richtlinien zurückzuführen ist. "Alles im grünen Bereich?" (Mai 2017) zeigt, dass die Deutsche Bank bislang nicht genug unternimmt, um Beziehungen zu umwelt- und klimaschädigenden Unternehmen einzuschränken bzw. unter Minimalstandards zu stellen. „Die Waffen meiner Bank“ (April 2016) hat die finanzielle Verpflichtung der Deutschen Bank mit 9 Rüstungsunternehmen nachgewiesen, für die die Deutsche Bank in einem Volumen von 1,5 Milliarden € Kredite sowie Aktien oder Anleihen ausgegeben hat. Der Dirty Profits 5 (Februar 2017) hat die finanzielle Verflechtung der Deutschen Bank mit 13 von 14 Unternehmen nachgewiesen, die gegen Umwelt- und Menschenrechtsstandards verstoßen. Dabei hat die Deutsche Bank 11,2 Mrd. € an Kapital bereitgestellt und 2,6 Mrd. € in diese Unternehmen investiert. Auch in den vorangegangenen Berichten Dirty Profits 3 (Dezember 2014) und Dirty Profits 4 (Februar 2016) wurden der Deutschen Bank signifikante Finanzbeziehungen zu den untersuchten kontroversen Unternehmen nachgewiesen.

 

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Wie fair & nachhaltig ist die DZ Bank?

Selbstverpflichtung

Die DZ Bank gibt an, bei sämtlichen Kreditanfragen Nachhaltigkeitskriterien anzuwenden – auch einige Ausschlusskriterien sind formuliert. Außerdem verpflichtet sich die DZ Bank dazu, den UN Global Compact und die Äquatorprinzipien in ihren Geschäftsaktivitäten zu berücksichtigen.

Das Selbstverständnis der DZ Bank kann jedoch weiterhin, wie auch bei den letzten Bewertungen, nur in geringem Umfang bestätigt werden. Die Bank legt mit insgesamt 32% eine sehr schwache Performance ab und hat keine wesentliche Verbesserung erreicht. Dies liegt zum Großteil an der fehlenden Kommunikation über interne Entscheidungsrichtlinien und dem fehlenden Ausschluss umweltschädlicher und gesellschaftlich fragwürdiger Finanzierungen, abgesehen vom inzwischen veröffentlichten Ausschluss der Finanzierung neuer Kohlekraftwerke.

Praxis  

Die Überprüfung der Finanzierungstätigkeiten der DZ Bank und der Anlageaktivitäten der Union Investment als Vermögensverwalter der DZ Bank Gruppe in den Berichten Dirty Profits 4Dirty Profits 5 und der Studien „Die Waffen meiner Bank“ und "Alles im grünen Bereich?" zeigt, dass es noch erhebliches Verbesserungspotential bei der tatsächlichen Umsetzung der selbst auferlegten Richtlinien gibt. "Alles im grünen Bereich?" (Mai 2017) zeigt, dass die DZ Bank bislang nicht genug unternimmt, um Beziehungen zu umwelt- und klimaschädigenden Unternehmen einzuschränken bzw. unter Minimalstandards zu stellen. Tatsächlich hat sie nach wie vor keinen Ausschluss des fossilen Brennstoffs Kohle beschlossen und beteiligt sich an der Finanzierung eines Kohlekraftwerkes in Vietnam. Der Dirty Profits 5 (Februar 2017) hat die finanzielle Verflechtung der DZ Bank Gruppe mit 9 der 14 untersuchten Unternehmen nachgewiesen, die gegen Umwelt- und Menschenrechtsstandards verstoßen. Dabei hat die DZ Bank 1,2 Mrd. € an Kapital bereitgestellt und 973 Mio. € in diese Unternehmen investiert. Zusätzlich hat die Studie „Die Waffen meiner Bank“ (April 2016) die finanzielle Verpflichtung der DZ Bank mit 2 Rüstungsunternehmen nachgewiesen, für die sie in einem Volumen von 106 Millionen € Kredite sowie Aktien oder Anleihen ausgegeben hat. Auch in dem vorangegangen Bericht Dirty Profits 4 (Februar 2016) wurden der DZ Bank und der Union Investment Finanzbeziehungen zu den untersuchten kontroversen Unternehmen nachgewiesen. 

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Wie fair & nachhaltig ist die LBBW?

Selbstverpflichtung

Die LBBW strebt an, “Nachhaltigkeit sukzessive als integralen Bestandteil” ihrer Geschäftspolitik zu implementieren und gibt an, sich ihrer unternehmerischen Verantwortung bspw. bei ihren Finanzierungen bewusst zu sein.

Die Bewertung der LBBW durch den Fair Finance Guide Deutschland kann diese Selbsteinschätzung nur zum Teil nachvollziehen. Inzwischen erreicht die Bank 30% der Bewertungskriterien des Fair Finance Guide und konnte sich damit im Vergleich zur letzten Bewertung fast verdoppeln. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass die LBBW sich inzwischen den 10 Prinzipien des UN Global Compact verschrieben hat und diese auch bei Finanzierungsentscheidungen Anwendung finden. Ebenso hat die Bank inzwischen zumindest teilweise die Finanzierung von Kohleprojekten ausgeschlossen. Zu den meisten Umwelt- und Klimaschutzaspekten, die der Fair Finance Guide prüft, werden jedoch nach wie vor nur vage Richtlinien von der Bank veröffentlicht.

Praxis  

Die Überprüfung der Finanzierungs- und Anlageaktivitäten der LBBW zeigt, dass aufgrund mangelhafter (öffentlich verfügbarer) Richtlinien, Finanzbeziehungen der Bank zu kontroversen Unternehmen bestehen. "Alles im grünen Bereich?" (Mai 2017) zeigt, dass die LBBW bislang nicht genug unternimmt, um Beziehungen zu umwelt- und klimaschädigenden Unternehmen einzuschränken bzw. unter Minimalstandards zu stellen. Tatsächlich hat die Bank nach wie vor keinen Ausschluss des fossilen Brennstoffs Kohle beschlossen und hinkt damit anderen deutschen Banken hinterher. Der Dirty Profits 5 (Februar 2017) hat die finanzielle Verflechtung der LBBW mit 5 von 14 Unternehmen nachgewiesen, die gegen Umwelt- und Menschenrechtsstandards verstoßen. Dabei hat die LBBW 675 Mio. € an Kapital bereitgestellt und 84 Mio. € in diese Unternehmen investiert. Ebenso hat die Studie „Die Waffen meiner Bank“ (April 2016) die finanzielle Verflechtung der LBBW mit 3 Rüstungskonzernen nachgewiesen, für die die Bank in einem Volumen von 106 Millionen € Kredite sowie Aktien oder Anleihen ausgegeben hat. Vorangegangene Untersuchungen haben gezeigt, dass von der LBBW aufgelegte Fonds ebenso in kontroverse Unternehmen des Dirty Profits 3 und Dirty Profits 4 investiert haben.

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Wie fair & nachhaltig ist die HypoVereinsbank?

Selbstverpflichtung

Für die HypoVereinsbank  - als Teil der UniCredit Gruppe - ist Nachhaltigkeit laut eigenen Angaben ein wesentlicher Pfeiler ihres Geschäftsmodells. Die Nachhaltigkeit beginnt demnach “im Tagesgeschäft und führt über Klima- und Umweltschutz, ressourcenschonendes Wirtschaften bis hin zu [...] breite[m] gesellschaftlichen Engagement.” Auch bekennt sich die HypoVereinsbank zu sozialen und ökologischen Belangen im Kerngeschäft. Des Weiteren hat sich die Bank dem UN Global Compact und den Äquatorprinzipien verschrieben, sowie sektorspezifische Finanzierungsrichtlinien erlassen.

Diese Selbstverpflichtungen der HypoVereinsbank decken jedoch nach wie vor nicht mal ein Drittel der sozialen und ökologischen Bewertungskriterien des Fair Finance Guide Deutschland ab. Dies liegt insbesondere an der fehlenden Veröffentlichung intern bereits vorhandener Entscheidungsrichtlinien, welche eine transparente Kontrolle von Finanzierungs- und Investitionsvorhaben durch externe Stakeholder verhindert. Ebenso ist die ausschließliche Fokussierung der Nachhaltigkeitsrichtlinien bzw. der angewandten internationalen Standards auf Finanzierungen als kritisch zu bewerten, da Banken auch durch Investitionsentscheidungen (bspw. Eigenanlagen, Auflage von Fonds) Einfluss auf die soziale und ökologische Performance von Unternehmen ausüben können.

 

Praxis  

Die Überprüfung der Finanzierungs- und Anlageaktivitäten der UniCredit Gruppe in dem Dirty Profits 5 sowie der Studien "Die Waffen meiner Bank" und "Alles im grünen Bereich?" zeigen, dass das schlechte Abschneiden der UniCredit nicht allein auf die fehlenden konkreten Prüfkriterien in den Richtlinien der Bank zurückzuführen ist. "Alles im grünen Bereich?" (Mai 2017) zeigt, dass die UniCredit Gruppe bislang nicht genug unternimmt, um Beziehungen zu umwelt- und klimaschädigenden Unternehmen einzuschränken bzw. unter Minimalstandards zu stellen. Tatsächlich hat die Bankengruppe nach wie vor keinen Ausschluss des fossilen Brennstoffs Kohle beschlossen und hinkt damit anderen deutschen Banken hinterher. "Die Waffen meiner Bank" (April 2016) hat die finanzielle Verflechtung der UniCredit Gruppe mit 6 Rüstungsunternehmen nachgewiesen, für die die UniCredit in einem Volumen von 1,2 Mrd.€ Kredite sowie Aktien oder Anleihen ausgegeben hat. Der Dirty Profits 5 (Februar 2017) hat die finanzielle Verflechtung der UniCredit Gruppe mit 12 von 14 Unternehmen nachgewiesen, die gegen Umwelt- und Menschenrechtsstandards verstoßen. Dabei hat die UniCredit 5,2 Mrd. € an Kapital bereitgestellt und 473 Mio. € in diese Unternehmen investiert.

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Wie fair & nachhaltig ist die Postbank?

Selbstverpflichtung

Laut Postbank steht “...die Nachhaltigkeit ihres Kerngeschäftes, flankiert von Zielen zur sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit...“ im Vordergrund. So fühlt sich die Bank dem UN Global Compact verpflichtet, dessen zehn Prinzipien sowohl bei Finanzierungen, als auch bei der Anlage von Kundengeldern und Geldern der Postbank selbst, Anwendung finden. Die Postbank ist eine 100%ige Tochter der Deutschen Bank, wendet aber zum Teil noch separate ESG-Kriterien in Bezug auf ihr Kerngeschäft an.

Seit der ersten Bewertung durch den Fair Finance Guide konnte sich die Bank durch die Veröffentlichung ihrer “Grundsätze für den Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken” deutlich verbessern. So erfüllt die Bank inzwischen 28% der sozialen und ökologischen Bewertungskriterien und hat sich damit vom letzten Platz verabschiedet. Trotz dieses Fortschritts fehlen weiterhin konkrete Prüfkriterien, inkl. expliziter Ausschlusskriterien, zu Menschen- und Arbeitsrechten, Umweltschutz sowie guter Unternehmensführung.

Praxis

Die stichprobenartige Untersuchung “Deals mit Dirty Profits 4 Unternehmen” (November 2016) sowie der Dirty Profits 5 (Februar 2017) konnten keine Finanzbeziehungen der Postbank zu als kontrovers bekannten Unternehmen nachweisen.

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Wie fair & nachhaltig ist die BayernLB?

Selbstverpflichtung

Die BayernLB gibt an, soziale und ökologische Aspekte konsequent in ihre Geschäftstätigkeit zu integrieren und hat übergreifende ESG-Standards für alle Geschäftstätigkeiten formuliert. Die BayernLB verpflichtet sich weiterhin zur Anwendung der IFC Performance-Standards sowie der Weltbank Umwelt- und Sozialstandards für Projektfinanzierungen und hat vereinzelt Ausschlüsse für die Finanzierung von Projekten im Zusammenhang mit fossilen Brennstoffen veröffentlicht.

Diese Selbstverpflichtungen der BayernLB decken jedoch in der ersten Bewertung durch den Fair Finance Guide nicht mal ein Drittel der sozialen und ökologischen Bewertungskriterien ab. Dies liegt insbesondere an fehlenden Richtlinien, welche branchenübergreifend soziale und ökologische Aspekte bei allen Finanzierungen und Investitionen der Bank regeln sollten. Angesichts der Tatsache, dass der BayernLB in ihrer Funktion als Zentralbank der bayerischen Sparkassen und Mutter der DKB eine große Verantwortung und auch Relevanz für PrivatkundInnen zukommt, ist dieses schlechte Abschneiden daher sehr zu bemängeln.

Praxis

Bislang waren die tatsächlichen Finanzierungs- und Investitionsaktivitäten der BayernLB nicht Gegenstand einer Untersuchung durch den Fair Finance Guide Deutschland. Die Bank wird jedoch - wie auch alle anderen Banken des Fair Finance Guide - zukünftig Gegenstand von Fallstudien sein um nachzuprüfen, inwiefern die Selbstverpflichtungen der Bank auch tatsächlich in die Praxis umgesetzt werden. (Siehe auch unsere "Hinweise" weiter unten auf der Seite) 

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Wie fair & nachhaltig ist die Sparkasse KölnBonn?

Selbstverpflichtung

Die Sparkasse KölnBonn gibt an, ein gemeinwohlorientiertes Unternehmen zu sein, für das gesellschaftliches Engagement seit jeher zum Selbstverständnis gehört. Dabei bezieht sich die Bank jedoch lediglich auf ihre Förderungen und Stiftungen in der Region - zur Nachhaltigkeit im Kerngeschäft (d.h. ihren Finanzierungen und Investitionen) bekennt sie sich nicht explizit.

Dieses fehlende öffentliche Bekenntnis spiegelt sich auch in der ersten Bewertung der Bank durch den Fair Finance Guide wider. Insgesamt erfüllt sie nur 2 der insgesamt über 250 Bewertungskriterien und erzielt damit 0%.  Dies ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass keinerlei öffentliche Informationen zur Anwendung von sozialen und ökologischen Kriterien bei Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen verfügbar sind. Obwohl die Sparkasse mit ihren Finanzierungen hauptsächlich regional ist, beschränken sich die Zulieferketten von Unternehmen in der Regel nicht auf eine Region, so dass eine sorgfältige Prüfung von Geschäftskunden bzgl. deren Nachhaltigkeitsverständnis in jedem Fall angebracht ist. Ebenso beschränken sich Investitionen in Wertpapiere über die Eigenanlagen oder die Vermögensverwaltung nicht nur auf regionale Unternehmen, sondern erfolgen in eine Vielzahl von Unternehmen weltweit. Daher bleibt abzuwarten, inwiefern die Bank dieses klare Defizit im Rahmen der nichtfinanziellen Berichterstattung aufholt, welche durch die CSR-Richtlinie ab diesem Jahr verpflichtend ist.

Praxis

Bislang waren die tatsächlichen Finanzierungs- und Investitionsaktivitäten der Sparkasse KölnBonn nicht Gegenstand einer Untersuchung durch den Fair Finance Guide Deutschland. Die Bank wird jedoch - wie auch alle anderen Banken des Fair Finance Guide - zukünftig Gegenstand von Fallstudien sein um nachzuprüfen, inwiefern die Selbstverpflichtungen der Bank auch tatsächlich in die Praxis umgesetzt werden. (Siehe auch unsere "Hinweise" weiter unten auf der Seite)

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Hinweise

Die Bewertungen ergeben sich ausschließlich aus den Richtlinien der Banken, die in öffentlichen Dokumenten dargestellt sind. Ein Ergebnis von 100% bedeutet, dass alle aktuellen Bewertungskriterien des Fair Finance Guide erfüllt werden. Das Ergebnis der Richtlinienbewertung beschreiben wir unter der Überschrift "Selbstverpflichtung".

Selbstverpflichtungen sollten jedoch immer an der Wirklichkeit gemessen werden. Daher führen wir unter der Überschrift "Praxis" konkrete Beispiele von Finanzierungen und Investitionen an, bei denen Banken unserer Mei-nung nach gegen ihre eigenen Richtlinien verstoßen. Diese Beispiele ba-sieren auf stichprobenartigen Fallstudien und fließen nicht in die Bewertung (d.h. in den Score) mit ein, da wir aus Kapazitätsgründen nicht flächen-deckend alle Themen, Sektoren und Banken untersuchen können. 

Das undefinedWarnzeichen weist auf den Widerspruch zwischen Selbstverpflichtung und Praxis hin.

Hier gibt es mehr Informationen zu unserer Bewertungsmethode

Wie Ihr Geld bei Unternehmen landen kann, die gegen Menschenrechte und Umweltschutz verstoßen.


Stand der Richtlinienbewertung: Mai 2018

Stand des Praxischecks: Mai 2017

Was ist der Fair Finance Guide?

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Dieses Projekt wird finanziert durch die schwedische Entwicklungsagentur Sida. Die Verantwortung für die Inhalte liegen allein beim Herausgeber. Die hier dargestellten Positionen geben nicht notwendigerweise den Standpunkt von Sida wieder.

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