Ihre Bank hat geantwortet? Wir helfen gerne bei der Einschätzung!

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Sie haben sich wegen unseres Fair Finance Guide Rankings oder einer Fallstudie zu den Finanzbeziehungen zu kontroversen Unternehmen bei Ihrer Bank beschwert? In der Regel wird die Bank in ihrer Antwort auf ihre allgemeinen Richtlinien verweisen oder die Verantwortung von sich weisen.

Nun heißt es also: dran bleiben und nachfragen. Hier sind einige  Standardantworten der Banken und unsere Antwort darauf.

Wenn Sie weitere Beispiele von Bankantworten haben, die Sie entkräften möchten, senden Sie diese bitte an info@fairfinanceguide.de. 

 

 

1. Die Bank antwortet mit Verweis auf ihre Nachhaltigkeitsrichtlinien.

Das ist in der Regel die häufigste Reaktion, die BankkundInnen erhalten, wenn sie über unsere Seite eine Nachricht an die Bank schicken. Dazu können wir nur sagen: Genau diese Informationen haben wir uns im Rahmen des Ratingprozesses schon angeschaut, und sind deshalb auf unsere Bewertung gekommen. Neue Informationen werden darin kaum enthalten sein, obwohl genau das durch die Nachricht suggeriert wird.  

2. Es handelt sich um eine Sparkasse / Volksbank / Raiffeisenbank / Sparda-Bank. Die Bank gibt an, aufgrund ihrer regionalen Ausrichtung nicht die gleichen Risiken wie eine Großbank einzugehen, da ihre Kunden nicht international tätig sind.

Mit dieser Aussage will die Bank die Diskussion dahin lenken, dass ihre Unternehmenskunden, an die sie Kredite vergibt, aus der Region stammen. Abgesehen davon, dass dies nicht per se so sein muss, finden sich immer wieder Unternehmenskunden, die die wenigsten BankkundInnen erwarten. Hier handelt es sich zum Beispiel um Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall, Airbus, Krauss-Maffei Wegmann und Thyssen-Krupp. Denn deutsche oder europäische Unternehmen respektieren nicht automatisch Menschenrechte und Umweltschutz.

Auch im Bereich der Kapitalanlage von Banken, das heißt die Investitionen in Unternehmen über deren Aktien und Anleihen, kann man diese Aussage nicht nachvollziehen. Die Anlage in Aktien und Anleihen beispielsweise über Fonds beschränkt sich nicht auf deutsche und europäische Unternehmen. Bei unseren Recherchen stoßen wir auch immer wieder auf kritische Unternehmen, beispielsweise in den Fonds der Deka oder der Union Investment. Die Deka ist die Fondsgesellschaft der Sparkassen und die Sparkassen sind exklusive Vertriebspartner für die inzwischen fast 400 Fonds der Deka-Gruppe. Die Union Investment gehört zur genossenschaftlichen Finanzgruppe, genau wie die Volksbanken, Raiffeisenbanken und Sparda-Banken und bietet für deren Kunden Fondsprodukte an. Damit wird auch den Kunden von Sparkassen und Genossenschaftsbanken Produkte angeboten, die in kontroverse Unternehmen investieren. 

Aber nicht nur die Produktpalette von  Sparkassen / Volksbanken / Raiffeisenbanken / Sparda-Banken kann kritisch sein. Es ist auch interessant nachzufragen, ob diese Banken in ihrer Rolle als Eigentümer Verantwortung übernehmen, und sich bei ihren Spitzeninstituten / Zentralbanken (die Landesbanken für die Sparkassen bzw die DZ Bank für die Genossenschaftsbanken) für eine verstärkte Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien einsetzen. Denn genau wie die Genossenschaftsbanken Eigentumsanteile an der DZ Bank halten, halten die Sparkassen Anteile an den Landesbanken. 

3. Die Bank nimmt die Anschuldigungen ernst, kann aber nicht zu konkreten Kunden Stellung beziehen.

Banken schieben immer wieder vor, dass alle Informationen zu ihren Kunden vertraulich sind. Es gibt jedoch zahlreiche Beispiele von Banken, die vollständig ihre Kunden offenlegen, oder zumindest exemplarisch über ihren Dialog mit Kunden zu konkreten Anschuldigungen berichten. Auch gibt es Banken, die in anonymisierter Form über einzelne Kunden berichten, inklusive deren Art der Tätigkeit, was dem Unternehmen vorgeworfen wird und was die Bank dagegen unternommen hat.

Deutsche Banken sind hier nach wie vor sehr intransparent, so dass für die Öffentlichkeit unklar bleibt, welche Konsequenzen Banken aus den Berichten über die negativen Umwelt- und Sozialauswirkungen ihrer Kunden ziehen. Auch wenn Banken basierend auf unseren Berichten und denen anderer Organisationen oft versprechen, dies bei ihren Unternehmenskunden anzusprechen, wissen wir bis heute nicht, ob sie diese Versprechen wirklich in die Tat umgesetzt haben.

Wir sind der Meinung: Das Prinzip der "Client Confidentiality" hat nur Bestand, weil Banken selbst darauf bestehen. Stattdessen sollten sie bereits von Anfang an in den Verträgen mit Unternehmenskunden festhalten, dass bei evtl. auftretenden Kontroversen eine transparente Kommunikation gegenüber der Öffentlichkeit erfolgen wird. 

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