Nachhaltigkeit bei deutschen Pensionskassen noch kaum Thema

Mittwoch, 1. April 2020

Wie gut sind deutsche Pensionskassen als Anbieter betrieblicher Altersversorgung auf sozial-ökologische Kriterien eingestellt? Wie gut sind ihre Kriterien für die Anlage der Beiträge der Versicherten?

Facing Finance als eine der Organisationen im Fair Finance Guide Deutschland hat die Grundsätze der Kapitalanlage von 18 der größten deutschen Pensionskassen untersucht: mit einem ernüchternden Ergebnis. Lediglich 7 Anbieter haben klare Ausschlusskriterien formuliert und veröffentlicht. Diese beziehen sich zumeist auf geächtete Waffen wie Landminen und Streumunition. 3 Anbieter investieren nicht in Kohleabbau oder -verstromung, machen das aber von Umsatzschwellen (25-30%) abhängig. Für 10 Anbieter wurde kein Nachweis gefunden, dass ihre Portfolios regelmäßig nach ESG-Kriterien bewertet werden (ESG Screening), und Engagement-Dialoge mit (kontroversen) Unternehmen werden auch erst von 7 Anbietern geführt. Auch die Bereitschaft, mit Facing Finance in den Dialog zu treten, war zum Teil eingeschränkt: 8 Anbieter waren an einem Dialog grundsätzlich nicht interessiert. Dabei haben sich die Versicherten selbst für die Berücksichtigung von sozialen und ökologischen Kriterien ausgesprochen, wie eine forsa Umfrage ermittelte, die Facing Finance in Auftrag gegeben hatte.

Im Fokus standen

- Allianz Lebensversicherung AG
- Allianz Versorgungskasse VVaG
- Barmer Pensionskasse VVaG
- BASF Pensionskasse VVaG
- Bayer-Pensionskasse VVaG
- BVV a.G.
- Hamburger Pensionskasse von 1905 VVaG
- Hamburger Pensionsrückdeckungskasse
- neue leben Pensionskasse AG
- Pensionskasse Degussa VVaG
- Pensionskasse Hoechst-Gruppe VVaG
- Pensionskasse Wacker Chemie VVaG
- pro bAV Pensionskasse AG
- R+V Pensionskasse AG
- R+V Pensionsversicherung a.G.
- Sparkassen Pensionskassen AG
- VBL

Facing Finance fordert neben den Pensionskassen auch deren Trägerunternehmen auf, ihrer Verantwortung für den Schutz der Menschenrechte und der Umwelt gerecht zu werden und sozial-ökologische Kriterien in der Kapitalanlage stärker zu berücksichtigen. Die Versicherten selbst sollten bei ihrem Arbeitgeber darauf drängen, für die betriebliche Altersversorgung einen solchen Anbieter zu wählen, der klare Kriterien formuliert und wirksame Prozesse eingerichtet hat, um kontroverse Investitionen zu vermeiden.

Lesen Sie hier die Presseerklärung zur Veröffentlichung der Studie. Die Studie selbst können Sie hier herunterladen.

 

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